Ich. Du. Inklusion.

 D 2017, 91 Minuten, R Thomas Binn

Die erste Inklusionsklasse in Uedem/Kreis Kleve (Bild: Verleih)
Die erste Inklusionsklasse in Uedem/Kreis Kleve (Bild: Verleih)

„Willkommen an der Tierschule“, sagt ein als Erdmännchen verkleidetes Mädchen. „Hier werden die Tierkinder auf ihr Leben vorbereitet. Das ist keine einfache Aufgabe“, liest ein anderes, zur Katze geschminktes Mädchen vor. „Denn von der Fliege bis zum Nashorn bringen die Tiere ganz unterschiedliche Eigenschaften mit.“

Die Theateraufführung mit starkem symbolischen Charakter zieht sich wie ein roter Faden durch den Film von Thomas Binn. Der Regisseur und ausgebildete Sozialpädagoge hat es selbst mit den Kindern erarbeitet und so noch näheren Einblick in die porträtierte Grundschule bekommen.

 

Die Geschwister-Devries-Schule im niederrheinischen Uedem hat er stellvertretend ausgewählt für den ersten offiziellen Inklusionsjahrgang. In der Klasse, die er zweieinhalb Jahre begleitete, werden 21 i-Dötzchen eingeschult; fünf davon mit Unterstützungsbedarf. Wie das Team aus Klassenlehrerin und Pädagogin sowie andere Förder-Spezialisten und unterbezahlte Einzelfallhelferinnen versuchen, gegen alle politisch-organisatorischen Hindernisse einen Unterricht zu gestalten, der allen Schützlingen gerecht wird, das wird hier unaufgeregt dokumentiert.

Aufregungspotenzial steckt ohnehin genug in dem Thema, das gerade auch zur Landtagswahl zwischen den Fachleuten vor Ort, Eltern und politischen Vertretern heiß diskutiert wird. Was in anderthalb anschaulich aufbereiteten Stunden mehr als deutlich wird: So, wie dieses Pferd von hinten aufgezäumt wurde, ist niemandem wirklich geholfen – schon gar nicht den Kindern.

 

 

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