Victoria - Männer und andere Missgeschicke

 F 2016, 97 Minuten, R Justine Triet, D Virginie Efira, Vincent Lacoste, Melvil Poupaud

Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs (Bild: Verleih)
Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs (Bild: Verleih)

Ein Wohnzimmer mit Pantry-Küche und Essecke, in dessen einer Ecke sich die Gerichtsakten stapeln, während die andere von Kindermöbeln und Spielsachen eingenommen wird. So voll und durcheinander wie dieser Raum ist, spiegelt er das gesamte derzeitige Leben von Victoria wieder.

Die Anwältin und alleinerziehende Mutter zweier kleiner Mädchen muss sich zerreißen, um allem gerecht zu werden und betreibt obendrein auch noch aufwändiges Dating, das zwar meist umstandslos im kleinen Schlafzimmer nebenan endet, aber nicht dauerhaft befriedigt.

 

Dass sie ihren ehemaligen Klienten, einen jungen Ex-Dealer, als Nanny und Mädchen für alles anheuert, hilft der multipel überforderten Frau ebenso wenig weiter wie die zwar einträgliche, aber emotional auslaugende und moralisch zwiespältige juristische Vertretung eines Freundes und ehemaligen Lovers, der seine Derzeitige mit einem Messer attackiert haben soll. Wäre da nicht noch der Ex-Mann, der Intimitäten aus ihrer Ehe in einem erfolgreichen Blog breittritt.

 

Das größte Problem der überladenen Geschichte ist ihr unentschlossenes, hektisch bis panisch anmutendes Rudern zwischen Drama und Komödie, das zu einem Übermaß an falschen Tönen führt und auch noch mit Aspekten des Gerichtsfilms verwässert. Als größtes Plus erweist sich durchgängig die hinreißende Hauptdarstellerin Virginie Efira („Birnenkuchen mit Lavendel“), die die Tour de Force der Neurosen als Protagonistin im Wechsel von Chaos-Else und -Queen mit Charme und Können meistert.