Una und Ray

Drama

CAN/GB/USA 2016, 94 Minuten, R Benedict Andrews, D Rooney Mara, Ben Mendelsohn, Ruby Stokes

 

 

Rooney Mara und Ben Mendelsohn als Una und Ray © Weltkino
Rooney Mara und Ben Mendelsohn als Una und Ray © Weltkino

„Mit wie vielen Dreizehnjährigen hattest du noch Sex?“ Das ist die Frage, die ihn am Gehen hindert, die sie nicht nur aus strategischen Gründen stellt, um die sich hier alles dreht. Una und Ray sind zum ersten Mal nach 15 Jahren aufeinander getroffen.

Sie hat das Wiedersehen initiiert und bestimmt die Regeln, schon allein durch ihren großen Auftritt in seiner Firma: eine schöne junge Frau, die mit wallendem Haar, schwarzem Kleid und hohen Absätzen sämtliche Blicke auf sich zieht. Es ist schlechterdings unmöglich, dass der Chef dieser Besucherin ausweicht, entgegen seinem Impuls. Also geht er in die Gegenoffensive – und führt das Gespräch mit ihr für alle sichtbar, aber nicht hörbar, hinter der weiten Fensterfront des Pausenraums.

 

Diesem Setting aus dem seit 2005 international häufig gespielten Einakter „Blackbird“ von David Harrower bleibt Theaterregisseur Benedict Andrews, der das Stück selbst an der Berliner Schaubühne inszenierte, auch in seinem Spielfilm-Debüt treu. Einfallsreich nimmt er die Möglichkeiten des Kinos hinzu, wenn er mit der klinisch wirkenden Lagerhalle und ihren sauber mit Folie eingewickelten Waren eine klaustrophobische Atmosphäre schafft und die Konfrontation im Jetzt mit (alp-)traumartigen Rückblenden ergänzt. In denen glänzt Newcomerin Ruby Strokes als junge Una, so wie auch Rooney Mara und Ben Mendelsohn mit ruhiger Intensität beeindrucken. Beste Bedingungen, um die Ambivalenz der Geschichte zwischen Missbrauchs- und Liebesdrama mit nachhaltiger Beunruhigung auszuspielen.

 

 Verleihinfo und Trailer Una und Ray

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