Kundschafter des Friedens

Jochen Falk (Henry Hübchen) beißt gerade bei Konnopke in eine Currywurst, da nimmt ein BND-Mitarbeiter Kontakt auf. Reflexartig türmt der DDR-Agent a.D., doch irgendwann hat das – nun schwer atmende – Einsatzteam den „Zonen-James-Bond“ eingefangen und in die Zentrale gebracht. 

Der alte Mann soll für den ehemaligen Feind nochmal zum Einsatz kommen, um einen in Katschekistan verschleppten Kollegen (Jürgen Prochnow) aufzuspüren und die anstehende Wiedervereinigung dieses in Ost und West gespaltenen Landes zu retten. Falk besteht darauf, mit seinem bewährten Team – dem Tüftler Jacky (Michael Gwisdek), dem Strategen Locke (Thomas Thieme) und Harry (Winfried Glatzeder), früher berüchtigt als „Romeo-Agent“, zu arbeiten, und schon bald sitzen die Opas im Flieger. Begleitet allerdings von Einsatzleiterin Paula (Antje Traue), die der Rentner-Mission skeptisch gegenübersteht.

 

Sieht man den Werbetrailer zur ersten Genre-Komödie von Robert Thalheim („Am Ende kommen Touristen“), wappnet man sich instinktiv gegen Klischee-Klamauk – und wird dann umso angenehmer überrascht. Endlich einmal wurden hier nicht die besten Gags vorab verpulvert, sondern es jagt eine Pointe die nächste inmitten knackiger Dialoge und selbstironischer Frische, während die reifen Herren im Rahmen unverstellten „Vati weiß es am besten“-Humors fröhlich zu Hochform auflaufen. Zu dieser Art von Spaß passt es, dass Antje Traue durchgängig zwei Nummern zu enge Oberteile tragen muss; schön aber, wie sie trotzdem lässig die Rolle der (meistens) souveränen Anführerin gibt. (jdü)

 

Komödie

Kundschafter des Friedens, D 2017, 90 Minuten, R Robert Thalheim, D Henry Hübchen, Michael Gwisdek, Thomas Thieme, Winfried Glatzeder

 

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