Bailey - Ein Freund fürs Leben

Die Sonne, die flauschigen Wurfgeschwister, die liebevolle Mutterhündin, ein den Jagdinstinkt reizender Frosch – kaum hat der Welpe angefangen, die Welt zu bestaunen, geht sein junges Leben schon wieder zu Ende. Sogleich wird er im Körper eines neuen Welpen wiedergeboren, doch viel besser scheint es dem vierbeinigen Helden auch diesmal nicht zu ergehen. 

Das Hundekind leidet in einem überhitzten Auto – da retten ihn ein Junge und seine Mutter. Ethan darf den Hund behalten und nennt ihn Bailey – der Beginn einer viele Jahre währenden Freundschaft. Die irgendwann mit der schwersten Entscheidung aller Tierbesitzer beim Veterinär ihr irdisches Ende findet. Und dann erwacht Bailey bei seinem Herrchen, dem Polizisten Carlos und ist – die Schäferhündin Ellie.

 

Reinkarnationen und Menschen-Wechsel gibt es noch mehr in der Geschichte, die den Bestseller „Ich gehöre zu dir“ des „Dog Lit“-Autors W. Bruce Cameron verfilmt. Auch Regisseur Lasse Hallström („Hachiko“) gilt als bekennender Fan des Canis lupus familiaris. Zu einem gelungenen Ergebnis führt die Kombination der scheinbar so gut harmonierenden Elemente trotzdem nicht. Was zum einen an der Grundidee der Handlung liegt, die auf dem Papier originell sein mag, aber zumindest im schnellen Medium Film das Problem mit sich bringt, dass man keine Zeit hat, zu irgend einem Protagonisten eine Beziehung zu entwickeln.

 

Dazu bietet sich nur die kontinuierliche Erzählerstimme Baileys an – bei der es in der deutschen Fassung Synchronregie und -buch schaffen, dass Sprecher Florian David Fitz mit unfassbarer Naivität an den Nerven zerrt. Ohne Ton bliebe es bei einer kitschige Klischees aneinanderreihenden Inszenierung und zu wenigen wirklich berührenden Momenten, wie jenem beim Tierarzt. Kindern kann man so gebündelt die Schrecken nicht zumuten, und selbst eingefleischte Hundeliebhaber, die sich nicht von den (mittlerweile relativierten) Vorwürfen der Tiermisshandlung bei den Dreharbeiten abschrecken lassen, werden hier nicht mehr finden, als das, was auch online immer zieht: Herzige Hunde.

 

Tierfilm

USA 2017, 100 Minuten, R Lasse Hallström, D Dennis Quaid, S Florian David Fitz

 

Zur Filmwebsite BAILEY

 

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